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Tips zu Wagenräder / Stellmacher !
Jörg Ed. Hartge <SuJ.Hartge(at)T-Online.de> 17.06.01
Ich kenne zwei Stellmacher, die so etwas noch professionell gemacht haben. Beide wohnen in Bad Sooden-Allendorf. Allerdings ist der eine schon seit einigen Jahren Rentner und der andere arbeitet heute vorwiegend als Schreiner. Mit dem "über die Schulter schauen" ist es da also etwas schwierig.
Unabhängig davon aber ein Hinweis: Wenn das Wagenrad tatsächlich als ein solches benutzt werden soll und nicht nur ein "Dekorationsstück" werden soll, ist das eine äußerst anspruchsvolle Angelegenheit. Ein brauchbares Wagenrad ist so ziemlich das Schwierigste, was Stellmacher herstellen. So muß beispielsweise eine einzige zierliche Speiche die gesamte auf dem Rad ruhende Last tragen können (man stelle sich einen voll beladenen Brauereiwagen vor!). Aus diesem Grund wird das Holz für die Speichen beispielsweise nicht aus einem Brett gesägt, sondern gespalten, damit die Fasern mit Sicherheit vollständig in Richtung der Speichenachse und keinesfalls schräg dazu laufen.
Im Übrigen braucht man neben dem Stellmacher (der schon schwer zu finden ist) auch noch einen guten Schmied, der noch in der Lage ist, den Eisenreifen auf das Rad aufzuziehen. Auch das ist handwerklich anspruchsvoll. Dazu braucht man drei kräftige Personen: Den Schmiedemeister, der das wirklich kann, sowie zwei Helfer, von denen zumindest einer sowas schon mal gemacht hat. Erst durch die Arbeit des Schmieds erhält das Rad seine innere Spannung und damit seine Stabilität. Insgesamt halte ich das Vorhaben des Baus eines (funktionstüchtigen) Wagenrades für äußerst schwierig, nicht zuletzt, weil das Wissen dazu nur noch sehr spärlich verbreitet ist. Es würde mich aber sehr interessieren, wenn es zum Erfolg führt.