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Trocknen von Stammholz
Karl Werner
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08.01.2000
Es
gibt eine Alternative zum Brennholz, allerdings müssen dabei einige
Regeln beachtet werden! Wird der Stamm nämlich einfach nur in Stücke
gesägt, bilden sich sehr schnell Hirnrisse und das Holz wird für
die Weiterverarbeitung in der Werkstatt unbrauchbar.
Nebenstehend das Bild eines Kirschbaumabschnittes, der nach dem Sägen unbehandelt trocknete und die typischen Hirnrisse entwickelte.
Frisch geschlagenes Holz enthält sehr viel Feuchtigkeit, diese entweicht vor allem am Anfang vorzugsweise über die Stirnseiten. Um dies zu verhindern müssen die Schnittstellen versiegelt werden - und zwar möglichst schnell, am besten noch am gleichen Tag sobald der Saft oberflächlich abgetrocknet ist (keinesfalls in direktem Sonnenlicht!). Für diese Arbeit können allerlei Stoffe verwendet werden, nachfolgend werden einige der Möglichkeiten beschrieben.
Zunächst bietet sich Weißleim an, von
dem anzunehmen ist, daß er sich in jeder Holzwerkstatt finden
läßt. Er muß jedoch sehr dick, am besten 2 bis 3 mal aufgetragen
werden. Dies ist bei der häufigeren Aufbereitung größerer
Mengen Stammholz aber nicht gerade eine preisgünstige Lösung.
Die beiden links gezeigten Rundlinge (Bergahorn und Eiche, beide ca. 10 cm im Durchmesser) wurden auf diese Weise behandelt und sind absolut rißfrei durchgetrocknet.
Reste
von Farben, die sonst immer ein Problem sind wenn sich schon mal eine Haut
und diverse Klümpchen gebildet haben, sollten von nun an gesammelt und
genau für diesen Zweck aufgehoben werden. Achtung - wasserlösliche
Farben und Nitrolacke getrennt halten.
Rechts ein solcher, mit Farbe versiegelter Stammabschnitt aus einer Esche, die den gleichen Durchmesser (18 cm) wie der anfangs gezeigte Kirschbaum besitzt.
Bei den lösungsmittelhaltigen Resten gibt es sogar noch eine ebenfalls kostenfreie Ergänzung: Nitroverdünnung, die nach dem Auswaschen von Pinseln überbleibt, kommt ebenfalls in den Topf. Wird die 'Pampe' dadurch zu dünn, läßt sie sich vorzüglich mit Styropor aus Verpackungen 'andicken' - das Polystyrol wird durch die Verdünnung aufgelöst und läßt sich mit den Farbresten verrühren. Durch diese Zugabe läßt sich die gewünschte Konsistenz der Mischung exakt einstellen. Am besten wird das Ganze so zähflüssig gehalten, daß es sich gut mit einem Spachtel oder einem Holzstückchen auftragen läßt. Diese Methode gewährleistet bereits bei einmaliger Behandlung eine ausreichende Schichtdicke und dadurch eine nahezu vollkommene Wasserundurchlässigkeit.
Die Feuchtigkeit des Holzes muß natürlich
immer noch entweichen, sind die Stirnflächen aber entsprechend abgedeckt,
geschieht dies durch die Rinde - und zwar wesentlich langsamer und
gleichmäßiger. Zur Erleichterung dieses Vorganges kann die Aussenseite
mit einem Haushaltsbeil bearbeitet werden, mit dem gleichmäßig
verteilt kleinere Einschnitte angebracht werden.
Die 'klassische' Methode jedoch ist das 'plätzeln', welches bereits von F.Spannagel in seinem Drechslerwerk beschrieben wurde. Dabei wird mit einem Ziehmesser insgesamt etwa 20-30 % der gesamten Rinde in kleinen Stücken und gleichmäßig am Umfang verteilt abgenommen.
Diese Versiegelungsmethode funktioniert meist problemlos bis zu Stammdicken von etwa 20 cm. Bei dickeren Stämmen empfiehlt es sich, diese entweder durch spalten oder sägen in handlichere Stücke aufzuteilen. Ratsam ist es, die so aufbereiteten Abschnitte kontrolliert und langsam trocknen zu lassen. Für die ersten 8-12 Wochen ist ein kühler Keller zu empfehlen, danach dürfen die Stücke für mindestens 2-3 Jahre in einen Holzschuppen übersiedeln. Wie alle gelagerten Hölzer sollten sie jedoch nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden. Für eine späteren Indentifizierung hat sich die Kennzeichnung mit einer Jahreszahl bewährt.
Abschließen noch zwei weitere Beispiele für auf diesem Wege konservierte Obsthölzer:
| Nußbaum Stammholz-Rundling | Zwetschge Stammholz, geviertelt |