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Sitzecke: virtuell entworfen und real gebaut
Robert Pukshofer
26. Dezember 2000
robert.pukshofer(at)teleweb.at
Problem: nach Umbau eines
Raumes in eine Wohnküche, blieb sehr wenig Platz für eine Sitzecke
übrig: 148x180 cm.
Eine vernünftige Sitzecke, die in dieses kleine Eck paßt, das Material einigermaßen gut ist, einen schönen Stoff hat u.s.w. ist schwer bis gar nicht zu finden. In Frage gekommen wäre da nur eine Maßanfertigung. Bei Modellen, die wir gesehen haben, ging die Bank immer um die Ecke, der Tisch war dadurch auch sehr klein und die Füße konnte man nur sehr schlecht ausstrecken. Noch dazu waren die Preisvorstellungen so ab 1900,- Euro.
Nach langem überlegen, entstand die Sitzecke zuerst einmal im Computer: Zwei Wochen Planung und Konstruktion, am Computer gezeichnet und schließlich über Nacht gerendert.
Nun die Sitzecke in Natura. Das Holz ist eine 4cm Buchenplatte (keilverzinkt). Da mußte ich leider eine ganze Platte nehmen, mit 250x150x4cm. Dafür ergab sich daraus auch noch eine Tischplatte für den Couchtisch. Die Sesseln sind gekauft und mit dem gleichen Stoff wie die Bank überzogen.
Die Bank ist 95cm hoch, davon 45cm die Sitzhöhe. Länge
der Bank ist 145cm. Die Sitzfläche ist aufklappbar, für
zusätzlichen Stauraum. Die Seitenteile aus der gleichen 4cm starken
Platte, mit einer Stichsäge herausgeschnitten und mit der Oberfräse
die Kanten gerundet. Die Bank kann man wieder zerlegen, sie ist mit einer
Konstruktion aus Holzdübel und Schrauben verbunden.
Bei Interesse, bitte genauer nachfragen :-)
Der Tisch mißt 140x70cm. An der Wand wird der Tisch von einem Dreieck aus dem gleichem Holz getragen. Vorne ruht der Tisch auf einer Metallsäule. Vorne ist der Tisch leicht abgerundet. Dazu Oberfräse mit einer Art Zirkel am einen Ende des Tisches befestigt und auf der anderen Seite die Rundung fräsen. Alle Sichtkanten wurden mit der Oberfräse gerundet. Das Ganze gut abgeschliffen und mit einen farblosen Nitrolack (seitenmatt) gerollt.
Preislich kam das Ganze nun auf ca.die Hälfte von dem, was eine Maßanfertigung gekostet hätte.
Weitere Bilder (der realen Sitzecke) finden sich unter:
http://www.pukshofer.com/Privat_Home/Projekte/Sitzecke/Hauptseite.htm
An Software wurde 3DMax (3D-Programm mit Renderer) verwendet. Prinzipiell ist dieses Programm mehr für Animationen, z.B. für Spiele und andere 3D-Anwendungen geeignet. Für normale User ist dieses Profi-Programm leider nicht zu bezahlen! :-(
Arbeitsaufwand für die "Vorkonstruktion": ca. 1 Woche, wobei es aber nur ums Design ging und keine Einzelheiten der Konstruktion erstellt wurden.
Für 3D-CAD Konstruktion bieten sich eher die Programme "Solid Edge" oder "ProEngineer" an! Dies sind jedoch auch professionelle Programme, also ebenfalls nicht zum bezahlen! Solche Programme werden auch in der Industrie eingesetzt, mit diesen kann man dann auch aus 3D-Objekten zweidimensionale Konstruktionszeichnungen erzeugen!
Fazit: für den Hobbybereich muss man wohl bei Autocad oder bei Papier und Bleistift bleiben!