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Schale aus einem brasilianischen PinienknotenMatheisen_PinienSchale_1

Karl-Heinz Matheisen
15. September 2001
kh.matheisen(at)onlinehome.de

Durch die Seiten von Herrn Werner (wood-line.de) wurde ich auch auf die Firma Maderas aufmerksam.

Auf deren Homepage fand ich dann den Hinweis auf brasilianische Pinienknoten, die nach Kilopreis zu 
bezahlen sind.

Zunächst konnte ich mir darunter noch nicht viel vorstellen und habe einfach mal einen solchen Pinienknoten 
bestellt. Als die Sendung dann kam, war ich zunächst etwas ratlos. Der Pnienknoten sah aus wie ein kurzer 
Kegel mit einem "zerfaserten Halbrund" auf der Bodenseite, ähnlich einer zu kurz geratenen Keule, die heftige
Gebrauchsspuren aufweist. Die Oberfläche ist sehr rauh und zerklüftet. (Leider habe ich versäumt, von 
diesem Zustand ein Foto zu machen.)

Es stellte sich also zunächst die Frage: "Was fange ich wohl damit an?"

Nach mehrfachem Betrachten machte ich dann zwei Markierungen und schnitt mit der Bandsäge zu. Da kam dann erst die Farbenpracht dieses Holzes zur Geltung. Leider war dieser Knoten von einem "Wurm" befallen, so dass das Holz einige schwarze Stellen, vermutlich Fäulnisspuren, aufweist. Andererseits geben diese schwarzen Stellen dem Gesamtwerk einen antiken Charakter.

Ich legte dann die Einspannpunkte so fest, dass das Zentrum an der Unterseite der Schale etwa 2 Zentimeter außerhalb des Drehzentrums lag. Hierdurch ergibt sich m. E. eine interessantere Struktur der Holzmaserung, da deren Linienverlauf dadurch nicht so streng geometrisch bzw. symmetrisch verläuft. Am oberen Rand der Schale sollte ein ca. 1,5-2 cm breiter Rand der zerklüfteten Rinde stehen bleiben, da ich das besonders dekorativ finde. Hierdurch blieb das Werkstück während des gesamten Arbeitsganges unwuchtig, was die Bearbeitung sehr erschwerte. Dies besonders deswegen, weil ich auf einer Killinger Drechselbank arbeite, die bei solchen Unwuchten stark hin und her schwingt. Hinzu kommt, dass das Holz eine hohe Dichte und damit auch ein hohes Gewicht hat.
Bei der Bearbeitung stellte ich fest, dass sich das Holz mit entsprechend geschärftem Werkzeug sehr gut bearbeiten lässt und eine sehr glatte Oberfläche entsteht, die kaum noch nachgearbeitet werden muss. Das Schleifen der Oberfläche ist auch kaum möglich, da das Schleifpapier wegen des hohen Harzgehaltes sofort zuklumpt.

Matheisen_PinienSchale_2Zum Ausdrehen der Innnenseite habe ich für die Halterung in den Boden eine konische Vertiefung für das 49er Spreizfutter von Multistar geschnitten.

Die Schale hat folgende Ausmaße:     Höhe 11 cm, Duchmesser oben 18-21 cm, Durchmesser unten 9,2 cm

Leider hat man sehr viel Holzverlust, wenn man solche Objekte aus einem Stück heraus drechselt. Trotzdem bin ich von diesem Material so begeistert, dass ich sicher noch mehr davon bearbeiten werde. Da ich bisher kein Teil mehrfach gefertigt habe, also alle meine bisherigen Objekte "Unikate" sind und ich dabei bleiben will, werde ich erst nach neuen Ideen suchen.

Weitere Beispiele und Abbildungen meiner Objekte findet man auf meiner Homepage unter: http://www.matheisen-ne.de

Natürlich würde ich auch Objekte verkaufen. Hierzu kann man Anfragen per E-Mail  (Adresse siehe oben) an mich richten.


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