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Führungssystem für Handoberfräsen
Gerhard Arlart
01. Dezember 2000
GEAT(at)gmx.at
Die Oberfräse gilt als eines der vielseitigsten Elektrowerkzeuge für die Holzbearbeitung. Wer allerdings schon mal damit gearbeitet hat, wird den anfänglichen Respekt, den sie oder er dieser Maschine entgegenbrachte, bestätigen können. Sicher liegt das zum einen an dem gehörigen Krach, den dieses Gerät im allgemeinen macht, zum anderen aber auch daran, daß eine gute Führung für die Maschine während des Fräsvorganges absolut vonnöten ist.
Für gewöhnliche Arbeiten, wie beispielsweise dem
Nuten oder irgendwelchen Einlassfräsungen wird normalerweise der
Parallelanschlag genommen, der ja bei den meisten Fabrikaten mit im Lieferumfang
enthalten ist. Für andere Arbeiten macht sich jeder je nach Bedarf seine
eigenen Schablonen, die von Fall zu Fall auf das Werkstück aufgespannt-
oder geschraubt werden. Anschließend fährt man am Schablonenrand
mit der sog. Kopierhülse- oder auch Ring entlang und erhält so
die gewünschte Kontur auf das Werkstück übertragen.
Als nachteilig erweist sich bei den genannten Arbeitsweisen einerseits jedoch, daß beim Fräsen mit Parallelanschlag die Oberfräse oft nicht ausreichend geführt ist und deswegen verläuft, andererseits daß das genaue Einstellen Probleme bereitet und zeitaufwendig ist. Beim Fräsen mit Schablonen ist vor allem deren Herstellung langwierig und oft läßt leider auch die Genauigkeit zu wünschen übrig.
Eine
sehr gute Lösung für die allermeisten Fräsarbeiten ist das
Frässystem SDG 3. Das von mir selbst getestete Führungssystem
für alle gängigen Handoberfräsen ist schnell und individuell
einstellbar. Die Grundeinheit besteht aus vier
"windmühlenflügelartig" zusammengesetzten Aluprofilen. Bedingt
durch die Art der Zusammensetzung ermöglicht sich eine stufenlose
Einstellung der Größe der von den Führungsschienen umgrenzten
rechteckigen Fläche.
Der Einstellvorgang läßt sich sehr präzise realisieren und dauert nur eine Minute.
Will ich z.B. etwas genau einnuten (Rückwandnut, konische Nut für Gratleisten), stelle ich das System so eng zusammen, daß die Kopierhülse (am besten Ø 30mm) der Oberfräse ohne Spiel zwischen den zwei Führungsschienen läuft. Die Nut wird in diesem Fall genau so groß wie der Durchmesser des Fräsers. Soll sie jedoch breiter werden, wird der Zwischenraum zwischen den zwei Führungsschienen entsprechend größer gewählt und die Oberfräse einmal an der einen und einmal an der anderen Schiene entlanggeführt. Das läßt sich ohne Fräserwechsel exakt durchführen. Bei konischen Nuten kann an einem Ende der Abstand zwischen den Schienen ein wenig größer gewählt werden als am anderen.
Das System wird am besten mit dazu erhältlichen Spezialschraubzwingen, die in die Nuten auf der Unterseite der Schienen eingeführt werden, auf das Werkstück gespannt. Auf diese Weise kann die Oberfräse auf der Oberseite des Systems hindernisfrei geführt werden.
Falls die Länge der Führungsschienen nicht ausreicht, lassen sich diese mittels Längsverbindern nach einfachem Prinzip (die Längsverbinder werden in einer Nut, eine Stoßstelle zweier Führungsschienen überbrückend, mit je zwei Inbusschrauben verschraubt) verlängern.
Um das allseits bekannte aber äußerst lästige
Abkippen der Oberfräse bei größeren Ausfräsungen zu
vermeiden, gibt es eine ausgezeichnete Lösung! Ein zylindrischer
"Abkippschutz" mit Aussparung für das Fräswerkzeug und einer
ringförmigen Nut, wird auf die Kopierhülse aufgesteckt. Die Höhe
des Abkippschutzes entspricht der Dicke der Führungsschienen. Wird die
Fräse mit der Kopierhülse als Anschlag an den Schienen vorbeibewegt,
befindet sich der Abkippschutz unter dem Frästisch auf der zur
Schablonenmitte weisenden Seite. Der Abkippschutz wird während des
Fräsvorganges mitgeführt. Stößt er an eine quer verlaufende
Schiene, dreht er sich um automatisch ohne hinderlich zu sein um die
Kopierhülse, bleibt dabei jedoch fortwährend unter dem Frästisch.
Die Oberfräse kann nicht kippen. Das Schöne dabei ist, daß
ich nicht mehr auf zwei Dinge gleichzeitig aufpassen muß: Erstens,
daß die Fräse nicht kippt und zweitens, daß ich immer sauber
am Rand bleibe, sondern das Gefühl fürs Fräsen am Rand entlang
voll behalte.
Bezugsquelle: siehe
Infos/Bezugsquellen
Zu diesem System gibt es eine ausführliche technische Beschreibung ! |
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